Storytelling

Tell it like George R. R. Martin

 

– Game of Thrones und die Macht des Storytelling [Achtung Spoiler] – 

George läuft in seinem Haus in Santa Fe auf und ab. Mit festem Schritt geht er plötzlich zielgerichtet auf sein Regal zu. Sein Blick wandert über die Bücher, bis er eines herauszieht, das bereits vergilbte Seiten aufweist. „Die Königshäuser Schottlands“ zieren den goldbeschmückten Einband. Er findet auf Anhieb die gewünschte Seite, überfliegt den Inhalt und eine metaphorische Glühbirne geht über seinem Kopf auf. Schnurstraks gesellt er sich zurück an seinen Schreibtisch, um an seiner Geschichte weiterzuarbeiten: Dem Lied von Eis und Feuer. Eine Geschichte, die bereits Millionen von Lesende und Zuschauende begeistert hat.

Du kannst das auch! Du musst kein George R.R. Martin oder Ernest Hemingway sein, um fesselnde Geschichten zu erzählen. Sobald du diese Grundregeln des Storytelling anwendest, wirst du sofort spannende Geschichten erzählen. Bereit? Los geht´s!

Das Brainstorming

Denkst du, dass George sich eines Tages an seinen Schreibtisch setzte und einfach anfing sein großartiges Epos zu schreiben? 100%ig NICHT! George R.R. Martin recherchiert wie ein Wahnsinniger. Geschichten über antike Sagen und Königshäuser auf den verschiedensten Kontinenten und Zeitaltern. Dort schöpft er Inspiration für seine ausufernde Geschichte. Wie gingen die alten schottischen Königshäuser in Sachen Diplomatie vor? Welche Kriegstaktik verwendete Napoleon, um sein Reich dermaßen zu vergrößern? Auf all diese Fragen weiß George eine Antwort und all diese Faktoren dienen als Ideen für seine Charaktere. 

Die Heldenreise

Helden, die alle Aufgaben mit Bravour erledigen, alle Schurken fangen und immer wissen, was zu tun ist? Gäääähn! Unsere Helden in Game of Thrones machen alle Höhen und Tiefen durch. John Schnee wird nach der Gefangennahme durch die Wildlinge zum Lord Kommandant, nur um daraufhin abgestochen zu werden. Cersei wird nackt durch die gesamte Stadt gejagt, nur um kurz darauf den eisernen Thron zu besetzen.

Was lernen wir daraus für unser Storytelling? Unsere Helden müssen die höchsten Gipfel besteigen, nur um darauf in die tiefsten Täler zu stürzen. Lineare Handlungen sind realitätsfern und langweilig. Damit sich deine Zuhörenden mit deinen Helden identifizieren, musst du ihnen Schicksalsschläge zuteil werden lassen.

Konflikte und Cliffhanger einbauen

Friede, Freude, Eierkuchen ist out. Unter den CharakterInnen muss es blitzen und funken, sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne. Der Norden lehnt sich gegen den amtierenden König auf und erwählt seinen eigenen. Zwischen diesem König und seiner Auserwählten funkt es beträchtlich (inklusive einiger schlüpfriger Szenen), während die Armee des Nordens in Richtung Königsmund marschiert. Daenerys sprengt die Ketten von Tausenden von Sklaven und teilt das Bett mit Daario Naharis.

Im Großen, als auch im Kleinen müssen die Fetzen fliegen, damit dein Publikum von deiner Geschichte gefesselt wird. Baue Konflikte und Spannungen ein, um deiner Geschichte Dramatik und Tiefgang zu verleihen. Diese Dramatik findet ihren Höhepunkt am Ende jeder Folge. Werden dort alle Fragen aufgeklärt? Nein – es werden dutzende neue Fragen aufgeworfen. Durch solche Cliffhanger kannst du dein Storytelling auf eine neue Stufe bringen. Enthalte deinen Zuschauenden Informationen vor, um sie an deinen Lippen hängen zu lassen.

Gefühle – Der Kern des Storytelling

In Game of Thrones rollen Köpfe – und das am laufenden Band. Weshalb? Damit du dich um die Zukunft deiner Lieblinge sorgt. Während in allen anderen Serien die Hauptcharaktere sicher sind, („denn es gibt ja noch vier Staffeln mit ihnen“), kann jeden Charakter in Game of Thrones jederzeit der Serientod ereilen.

Parallel zur Heldenreise in deinem Storytelling, sollen auch die Einstellungen zu deinen HeldInnen schwanken. Wie Ariyas Gefühle am Ende der ersten Staffel durchgemischt werden, werden auch die Gefühle der Zuschauenden durchmischt. Während Jamie Lannister anfangs noch einer der hasswürdigsten Charaktere darstellt, werden die Herzen der Zuschauenden spätestens nach der einhändigen Rückkehr nach Königsmund schwach.

Konkret schlägt allgemein

  1. John spaziert im Wald.
  2. Die kühle Brise pfeift über das Gras. Während die Sonne einige Lichtblitze durch das Blätterdach schiebt, riecht er saftiges Moos. Seine Schritte werden von einem Knirschen der Blätter und dem Knacken herumliegender Äste begleitet. Neben dem Klopfen des Spechts hört er das Piepen der Spatzen.

Welche Situation konntest du dir besser vorstellen? Dein Storytelling wird durch den Fokus auf konkrete Situationen auf ein neues Level gehoben. Bediene alle Sinne, damit die ZuhörerInnen sich die Situation voll und ganz vorstellen können. Sie müssen fühlen, wie sie ihre Schritte durch den Wald tragen, hören wie der Wald lebt und in ihrem inneren Auge sehen, wie die Sonne durch die Blätter scheint.

Sei teilwürdig

Deine Zuschauenden sind begeistert. Tosender Beifall begleitet dich auf dem Weg von der Bühne. Doch wie können diese Menschen dein Meisterwerk an Storytelling nun weitergeben an Familie und Freunde? Wie können sie dein Wort verbreiten? Damit deine Geschichte teilbar wird, brauchst du sie in einem passenden Format. Eine spannend gestaltete und bildreiche PowerPoint beeindruckt auch Menschen, die deinen Worten nicht lauschen konnten.

„Und wer gestaltet mir diese Präsentation?“

– beliebige ArtikelleserInnen –

Du bist dir noch nicht 100%ig sicher, wie du deine Präsentation gestaltest? Dann schreib uns gleich eine Mail an [email protected] . Oder lass uns deine Präsentation ganz individuell gestalten, denn du hast Besseres zu tun als PowerPoint.

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