Die Selbstpräsentation

„Sie haben den Job“

 

– wie du mit deiner Selbstpräsentation den Job deiner Träume bekommst –

„Nun, erzählen Sie etwas von sich“

 

Diese Aufforderung der Selbstpräsentation führt zu Verspannungen, Schweißperlen und klopfenden Herzen. Die Hände spannen sich unbewusst an und die Bewerbenden stehen verkrampft im Rampenlicht. Solltest du Glück haben, wurdest du vorgewarnt mit der Bitte eine Selbstpräsentation über dich mitzubringen. In beiden Fällen entstehen riesige Fragen: Was soll ich über mich sagen? Möchten Sie etwas über mich als arbeitende Person oder etwas über mich als Mensch erfahren? 

Mit der steigenden Wichtigkeit der SoftSkills im beruflichen Alltag werden auch diese Art von Gesprächen immer beliebter. PersonalerInnen möchten sich im Klaren darüber sein, ob du zum Unternehmen passt und den alltäglichen Herausforderungen standhalten kannst. Damit du  dich in deiner nächsten Selbstpräsentation wohlfühlen und die PersonalerInnen von dir begeistern kannst, habe ich dir einige praktische Punkte gesammelt.

Der Leitfaden deiner Selbstpräsentation

Zuallererst, nehme dir Stift und Papier zur Hand und such dir einen ruhigen Ort. Im Idealfall ist dies ein Ort an dem du dich wohlfühlst und du ungestört bist. Nimm dir 30 Minuten Zeit und stelle dir die Fragen: Warum sollte ich diesen Job bekommen? Was kann ich besser als Andere, wo sind meine Herausforderungen? Gibt es Dinge, die mich von anderen abheben? Aus welchem Grund möchte ich genau DIESEN Job? Was hat mich dazu gebracht, mich auf diesen Job zu bewerben?

Selbstpräsentation

Sobald du dir hierüber im Klaren bist, kannst du mit dem Rohentwurf deiner Selbstpräsentation beginnen. Möchtest du einen Fokus auf die bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten legen, die du dir erarbeitet hast? Dies ist vor allem eine gute Idee, wenn sich diese für deinen Traumjob anbietet. Solltest du keine relevanten Erfahrungen vorzulegen haben, darfst du etwas kreativer werden. In diesem Fall darfst du mit deiner Einstellung, deinem Charakter oder deinem Commitment werben. Du stellst klar, dass diese neue Thematik dich begeistert und du nur allzu gerne in diese neue Welt abtauchen möchtest. Hierfür brauchst du auf jeden Fall stichhaltige Argumente, denn leider sind wenige PersonalerInnen davon angetan jemanden aus reinem Interesse einzustellen. Welche Ansätze du hierbei anwenden kannst, werden wir in diesem Artikel noch herausstellen.

Sei spannend – Fessele mit deinem Einstieg

Bevor du jedoch auf deine Argumentation kommen kannst, weshalb gerade du diesen Job bekommen solltest, brauchst du die Aufmerksamkeit deiner Zuhörenden. Solltest du schon einmal einen Blogpost von mir gelesen haben, weißt du wie viel Wert ich auf einen gelungenen Einstieg lege. In den ersten zwanzig Sekunden deiner Selbstpräsentation entscheidet sich, ob die PersonalerInnen dir zuhören werden oder ob sie sich lieber mit ihren Emails beschäftigen.

Wie schaffst du es also diese Aufmerksamkeit zu erhalten? Mit Einstiegen, die sich von anderen abheben. Hierbei darfst du gleich deinen Nutzen für das Unternehmen herausstellen. Werden wir einmal praktisch: „Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen? Möchten Sie ArbeiterInnen, die nicht nur zur Arbeit erscheinen, sondern sich mit Begeisterung an die Arbeit machen? Ja? In meiner letzten Stelle als TeamleiterIn habe ich es geschafft die Zufriedenheit meines Teams zu verdoppeln. Möchten Sie das auch? Dann erzähle ich Ihnen gerne mehr von mir.“

BÄM! Keiner der PersonalerInnen wird jetzt noch zu seinem Handy greifen. Da ich gerade in Fahrt gekommen bin zeige ich dir auch gleich, wie es in meiner letzten Selbstpräsentation funktioniert hat. „Ich komme gerade von meiner vierwöchigen Reise nach Taiwan zurück. Dort habe ich gesehen, wie HTC die Produktionskosten durch ein neues Managementsystem um 20% senken konnte. Auch in Ihrem Unternehmen möchte ich dieses System umsetzen. Möchten auch Sie die Produktionskosten um 20% senken? Dann erzähle ich Ihnen gerne, warum Sie mich als Projektmanager einstellen sollten.“

Selbstpräsentation

Selbstpräsentation

Erzähle mehr als deinen Lebenslauf

„Aufmerksamkeit zu halten ist wie Wasser mit bloßen Händen zu halten“. Ganz so schlimm, wie eine meiner Dozentinnen es einmal ausgedrückt hat ist es glücklicherweise nicht. Sei dir immer bewusst, dass die Aufmerksamkeit der PersonalerInnen immer noch zurück zu ihren Smartphones wandern kann. Daher musst du sie auch weiterhin durch deine Selbstpräsentation fesseln.

Bitte bete in deiner Selbstpräsentation nicht nur deinen Lebenslauf herunter. Erzähle Geschichten darüber was du bisher getan hast und was du hierbei gelernt hast. Im Idealfall hast du humorvolle Anekdoten auf Lager, damit du den Tag der PersonalerInnen etwas erhellen kannst. Sollten diese beim Abendessen ihrem Partner über dich und deine unterhaltsame Geschichte erzählen hast du den Job bereits sicher.

Viel zu oft höre ich den Satz „Aber ich bin doch gar nicht lustig“. Keine Sorge. Auch du kannst unterhaltsam sein. Wann hast du das letzte Mal mit deinen KollegInnen herzlich gelacht? Gehe all diese Situationen gedanklich durch und auch du wirst eine passende Anekdote finden – garantiert.

Halte das Zeitlimit ein

Die Frequenz des Auf-die-Uhr-schauens erhöht sich merklich, doch der Präsentator erzählt weiter über seinen Lebenslauf, seine Hobbies und Erfolge. Die PersonalerInnen hingegen haben sich bereits in ihre Mails vertieft und warten schon ungeduldig auf das Ende des Monologes.

Das gesetzte Zeitlimit einzuhalten ist eine Frage des Respekts. Genau wie du die PersonalerInnen in deiner Selbstpräsentation begegnest wirst du im Alltag mit deinen KollegInnen interagieren. Weshalb sollte das Unternehmen also jemanden einstellen, der schon bei seiner Selbstpräsentation jeglich vorgegebenen Rahmenbedingungen missachtet? Kurz gesagt: Halte dich an deinen Zeitrahmen. Hierfür kannst du im Vorfeld üben, um genau zu wissen, wie viel Zeit deine individuelle Selbstpräsentation in Anspruch nehmen wird.

„Na dann spreche ich einfach etwas schneller“. Solltest du bemerken, dass du deinen Zeitrahmen völlig überschreitest, dann kürze am Inhalt. Verdichte deine Informationen und behalte deine natürliche Sprechgeschwindigkeit bei. Versuche bitte nicht die selbe Anzahl an Wörtern in der Hälfte der Zeit unterzubringen, andernfalls werden die PersonalerInnen an einen Wasserfall erinnert, der nicht mehr aufhört zu sprudeln. Um es in den Worten der „Welt“ zu sagen: „Menschen, die schnell sprechen, sagen oft nicht so viel“.

Solltest du dennoch Anzeichen bemerken, dass du deine Aufmerksamkeitszeit überschritten hast, dann begegne dieser Situation mit Humor. „Ich sehe schon, die Smartphones werden wieder interessanter als ich. Glücklicherweise habe ich Ihnen noch etwas Besonderes mitgebracht aus meinem Leben“. Damit hast du nicht nur die Aufmerksamkeit wieder, sondern auch den ein oder anderen Schmunzler auf deiner Seite. 

Selbstpräsentation

Mach aus der Präsentation einen Dialog

Viel zu oft sind Präsentationen Monologe. Präsentierende sind so von sich und ihrem Leben eingenommen, dass sie vollkommen vergessen, dass noch jemand anderes an dieser Präsentation teilnimmt. Selbstpräsentationen sind keine Monologe, anderfalls hießen sie Reden. Mach aus deiner Präsentation also ein Gespräch. Komme mit den PersonalerInnen in Kontakt und frage sie, worauf sie mehr Lust haben. Möchten Sie etwas über dich als ArbeiterIn hören oder möchten sie viel lieber hören, was dich als Menschen beschäftigt. So kannst du deine Selbstpräsentation nicht nur interessant für dich, sondern vor allem für diejenige machen, die sie hören (und schlussendlich auch bewerten).

Sei menschlich und persönlich

Menschen stellen Menschen ein. Niemand wird eingestellt, weil er die richtigen Zertifikate und Abschlüsse vorweisen kann. PersonalerInnen konzentrieren sich vor allem in der Selbstpräsentation auf deine Persönlichkeit. Daher möchtest du auch in dieser Selbstpräsentation menschlich und persönlich wirken. Gehe einmal das Wagnis ein und erzähle von dir. Themen, die dich bewegen und Emotionen, die du fühlst. Solange du nicht in eine politische Richtung abdriftest, kannst du dich hier im wahrsten Sinne des Wortes austoben.

„In meinem letzten Urlaub habe ich die Verschmutzung unsere Umwelt durch Plastik hautnah miterleben. Meinen Kindern konnte ich nicht erklären, weshalb wir dies unserer Umwelt und den Tieren in unserer Umgebung antun. In diesem Moment habe ich mich geschämt für all den Müll, den ich nie getrennt habe. Da dieses Gefühl immer stärker wurde, habe ich mich dazu entschlossen der lokalen Mülltrennungscommunity beizutreten“. So kannst du in deiner Selbstpräsentation auf dein soziales Engagement überleiten und den Zuhörenden eine wirkliche Einsicht in dein Leben gewähren.

Selbstpräsentation

Was hat das Unternehmen von dir?

„Ich habe BWL studiert. Dann habe ich bei Daimler gearbeitet. Darauf konnte ich dann zu Ernst & Young wechseln“. „Ich – Ich – Ich – …“. Was hat das Unternehmen davon jemanden einzustellen, der schon in seiner Selbstpräsentation nur von sich spricht? Was nützt es jemanden als Teammitglied zu haben, der ständig nur auf sich fokussiert ist?

Selbstpräsentation

Wechsle einmal die Seiten in deiner Selbstpräsentation. Stelle dir die Frage, was das Unternehmen davon hat dich einzustellen. Auf diese Weise darfst du auch deine Argumentationsstruktur aufbauen. Du bekommst den Job nicht, weil du ihn möchtest, sondern weil das Unternehmen dich braucht! Doch von dieser Tatsache musst du mit deiner Selbstpräsentation erst überzeugen. Damit du hierbei erfolgreich bist, darfst du den Nutzen für das Unternehmen jederzeit herausstellen. „Durch mich hat sich die Teamzufriedenheit verdoppelt.“ oder „In Ihrem Unternehmen kann ich Menschen vernetzen, die zusammen für völlig neue Ergebnisse sorgen werden“. Hier geht es nicht darum dich selbst anzupreisen, sondern den Wert, den das Unternehmen durch deine Anstellung erhält. Behalte diese Brille immer auf und sorge dafür, dass die PersonalerInnen dich einstellen wollen!

Herzlichen Glückwunsch! Du bist nun vorbereitet auf deine nächste Selbstpräsentation.

Du möchtest die vorgestellten PowerPoint Folien haben? Solltest du noch Herausforderungen beim Erstellen deiner PowerPoint haben, habe ich dir eine Vorlage erstellt, damit du auch mit deinen Visualisierungen überzeugst.

Mach aus der Präsentation einen Dialog 

– PresentationsPanda –

Du möchtest noch mehr? Zum Thema Selbstpräsentation habe ich dir noch ein Video zusammengestellt. 

Du bist dir noch nicht 100%ig sicher, wie du deine Selbstpräsentation gestaltest? Dann schreib uns gleich eine Mail an [email protected] . Oder lass uns deine Präsentation ganz individuell gestalten, denn du hast Besseres zu tun als PowerPoint.

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